Neues Jahr – Neue Welt

Zum Jahreswechsel las ich auf Facebook in einem geteilten Beitrag: »An Silvester feiert die ganze Welt, dass sich das Datum ändert. Ich hoffe, irgendwann feiern wir das Datum, an dem sich die Welt geändert hat.«

Hier der Link zum Original

Zumindest die Welt, in der ich lebe, verändert sich jeden Tag. Denken wir ans Wetter, um ein möglichst unverfängliches Beispiel zu nehmen. Von da könnten wir fortfahren. Es liefe möglicherweise ab wie bei Monty Python in »Das Leben des Brian«, wo sich die Hebräer die Frage stellen: »Was haben uns die Römer gebracht?«

Wer es sich anschauen will …

Ich möchte das nicht weiter ausbauen, statt dessen die Frage stellen: Wenn die Welt sich jeden Tag ändert, auf welches Datum wartet dann der Autor des eingangs zitierten Spruches?

Mir scheint, was erhofft wird, ist der Tag, an dem die Welt einen Zustand erreicht, der den Vorstellungen des Hoffenden entspricht. Ist das erreicht, so interpretiere ich den Spruch, dann soll jegliche Veränderung aufhören. Das soll gefeiert werden.

Auch die Kommentare gehen alle in diese Richtung. Die Optimisten glauben, die Welt ändern zu können. Die Pessimisten haben es aufgegeben, daran zu glauben oder sagen, die Welt ändere sich nur zum Negativen. Auch hier scheint sich in den Köpfen der Schreiber alles um eine Welt zu drehen, die ihrem Willen gehorcht.

Das ist der Punkt, an dem Menschen scheitern.

Besser dürfte es sein, die Welt so zu nehmen, wie sie ist. Das heißt nicht, alles hinzunehmen, was auf der Welt passiert, im Gegenteil.

Wir sollten nicht aufhören, die Welt verändern zu wollen. Aber das darf nicht mit einem bestimmten Ziel oder Datum verbunden sein. Veränderung ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Alles, was ich jeden Tag bewirke, denke, schreibe bringt in der Summe Veränderung.